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Ultraman Kanada 2008, die ultimative Herausforderung.

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"Klar, der Schamane der war auch 95 an der Strecke und Hat ihm geholfen. Er heißt Brad Secundo." - Thomas Hellriegel auf die Mark Allen Schamanen Story von Hawaii im Chat vom 11. Dezember 2003





Ultraman Kanada 2008, die ultimative Herausforderung.


Penticton (CAN) - Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung stieß ich auf den einen Wettkampf mit dem Namen Ultraman.  Dieser wurde kurz nach dem Ironman Hawaii vor 25 Jahren auch zum ersten mal auf Kona ausgetragen, allerdings mit etwas längeren Distanzen. 10 km Schwimmen, 420 km Radfahren und dann einen Doppelmarathon laufen, aufgeteilt in drei Tagesetappen. Da ich aber  mit der Hitze in Kona negative Erfahrungen gemacht habe, suchte ich einen Wettkampf der hitzeempfindlichen Athleten etwas mehr entgegen kommt und wurde beim Ultraman Kanada fündig. Ich hatte in Penticton bereits den Ironman absolviert und dachte ich wüsste was mich erwartet.

Tag 1: Um 7 Uhr morgens versammelte sich eine kleine Truppe von knapp 20 Leuten (Einzelstarter und Staffel) am Skaha  Lake um sich der ersten Herausforderung, dem 10 Kilometer langen Schwimmen zu stellen.  Wer hier einen Trubel wie beim Ironman erwartete wurde enttäuscht, alles war sehr familiär und übersichtlich. Die Athleten wurden von einem Kajak begleitet, ansonsten musste man einer gedachten Ideallinie folgen, die erste Boje gab es erst bei Km 8.  Es dauerte etwas bis ich mich mit meiner Kajakbegleitung eingespielt hatte. Erst paddelte Sie zu schnell, so das ich das ins Wasser gelassene Band nicht mehr sehen konnte, dann zu dicht an mir dran und ich schlug mit der Hand gegen das Kajak. Etwa in der Mitte der Strecke zog ein Regengebiet über den See, der Wind frischte auf und die Wellen schaukelten uns hin und her. Mein Begleitkajak wurde abgetrieben und verpasste die Ideallinie deutlich, so das ich einen riesen Bogen schwimmen musste. Zum Glück konnte Sie mein fluchen nicht hören.  Nach 2:35:45 kam ich aus dem Wasser und hatte damit auch einen neuen Schwimmrekord aufgestellt. Nach 10 Kilometer schwimmen dauert es seine Zeit, bis man sich auf dem Rad wohl fühlt.  Die ersten 145,3 Radkilometer führten über die original Ironmanstrecke mit Ihren 1500 Höhenmetern. Bis Osoyoos hatten wir zum Glück Rückenwind, so dass man erst mal die Beine einfahren konnte. Dann ging es aber los, Richterpaß, Rolling Hills und die Twin Lakes, der Wind stürmte mit über 35 Stundenkilometer. Eigentlich hatte ich mich auf dieses Teilstück gefreut, das hier war aber Schwerstarbeit und ich war mehr als erleichtert nach 4:44:11 Stunden endlich in den Zielkanal einzubiegen. Mit 7:19:56 hatte ich mir auch den neuen Etappenrekord gesichert. Jetzt war Regeneration angesagt.

Tag 2: Wir hofften alle dass der Wind nachlässt und wurden bitter enttäuscht. 273,5 Kilometer standen auf dem Program. Wir fuhren von Penticton nach Osoyoos, mit dem Rückenwind flogen wir, leider krochen wir die gleiche Strecke dann gegen den Wind wieder zurück. Bereits zum 9 Uhr sah man die weißen Schaumkronen auf dem See, was man sonst eigentlich erst mittags sieht. In Okanagan Falls wartete „The Wall“. Ein 1km Anstieg mit knapp 10% und dann kletterten wir die Steigung zu den Twin Lakes von der anderen Seite hoch. Bei ca. 120km war ich leer, meine Crew fütterte mich Kartoffeln und Powerbarriegel, bis die Energie wieder in den Körper zurück kehrte. Dann kam eine kurze Erholung, als wir die Steigung wieder bergab nach Keremeos fahren durften. Die Kraft wurde aber auch bitter benötigt, denn die nächsten 120km bis nach Princton hatten wir nur Gegenwind. Es war wie im Windkanal, ich wollte meinen Rücken etwas strecken, wurde aber dabei fast vom Rad geweht und so verharrte ich in Aeroposition.  Die Strecke war nicht für den Verkehr gesperrt und der Seitenstreifen war voller Schotter und mit Frostrissen übersät. Es dauerte nicht lange und ich hatte einen Platten. Die war aber nicht weiter schlimm, da meine Crew Ersatzräder mitführte und der Wechsel ala Tour de France keine Minute dauerte und ich die Zeit für eine Pinkelpause nutzte.  Die Strecke war dürftig markiert und die Orientierung musste auch die Crew übernehmen.  In Princton verpasste ich eine Abbiegung und da die Crew Schwierigkeiten hatte mich im Stadtverkehr wieder einzufangen, kamen nochmal 5 Extrakilometer zu meinem Portfolio. Zur Belohnung führte die Strecke erneut 30 Kilometer bis Allison Lake bergauf. Mir tat alles weh, die Stimmung war auf dem Tiefpunkt, ich wollte nur vom Rad und die Beine hochlegen. Als dann auch noch Hagel auf mich niederprasselte musste ich nur noch lachen wie man sich so was freiwillig antun kann. Endlich kam der Wendepunkt, die letzten 25 Km mit Rückenwind donnerte ich bergab und überquerte nach unendlich langen 9:19 Stunden das Ziel und kletterte auf die Massagebank.

Tag 3: Man steht morgens um 5 Uhr auf, alles tut weh, man fühlt sich scheiße und freut sich auf seine Doppelmarathon. Willkommen beim Ultraman. 2°C hatten wir in den Bergen beim Start. Es war aber ein Traumhafter Morgen, die Sonne kämpfte sich durch den Frühnebel und man hatte eine tolle Aussicht aufs Tal. Der Laufrekord lag bei 6:55 Stunden, als erfahrener Biel Läufer müsste das ja zu schaffen sein. Die ersten 30 Km wurden 400m Höhenunterschied bewältigt, es ging also nur bergauf. Es lief gut, ich fand mein Tempo und lief den ersten Marathon in 3:37, keine Chance auf den Rekord und so entspannte ich mich etwas. Bergauf war ja schon hart, aber die Bergabläufe waren die Hölle für meinen Bewegungsapparat. Gegen diese Strecke hier sind die 100km von Biel ein Spaziergang. Mein Pacer motivierte mich aber so langsam ging mir die Puste aus. Bei Kilometer 60 zog ich meine Sachen aus und hüpfte in den Bach, Aidstation beim Ultraman. Auf und ab, Schotterpiste und ich fluchte wie ein Rohrspatz. 8% Gefälle, die Knie tun weh und ich habe noch 10km. Countdown, wir erreichen Summerland und finden dieses Scheiß Ziel nicht. So irre ich halb im Koma noch 10 Minuten durch Summerland, meine Crew ist am verzweifeln, ich muss eigentlich nur lachen. Ein Passant hilft uns, ich laufe von hinten ins Ziel und überrasche alle. So nochmal den Zielkanal rückwärts ablaufen wenden und jetzt bin ich wieder auf Kurs. Meine Frau gibt mir meine kleine Tochter, diese freut sich riesig Papa zu sehn und das Schaukel gefällt Ihr. Ich höre Ihr lachen und sehe das Ziel. 24:46 Stunden und jetzt bin ich ein Ultraman.

Fazit: Wer sich wundert warum die Zeiten beim Ultraman Kanada langsamer sind als die vom Hawaii Ultraman soll es mal ausprobieren. Knapp 5000 Höhenmeter, schlechte Straßen, Sturmboen und Hagelschauer, dieser Wettkampf verdient den Namen Ultraman.  Wer Draftathlon nicht mag und Ironman zu voll und kommerziell geworden ist, liegt bei diesem Wettkampf goldrichtig. Ultraman profitiert auch vom Bomm der Ironmanwettkämpfe. Der Ultraman Hawaii ist ausgebucht und hat eine Warteliste, Ultraman Kanada wird im nächsten Jahr ein Qualifier für Hawaii. Außerdem kommen zwei neue Rennen in Europa uns Südamerika zur Serie dazu.  Mal sehen wo die Entwicklung hingeht.
(Florian Kraft)

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Website Florian Kraft
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Impressionen vom Ultraman Kanada 2008 mit dem Deutschen Florian Kraft.
Foto: Rick Kent

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Impressionen vom Ultraman Kanada 2008 mit dem Deutschen Florian Kraft.
Foto: Diana Legros

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Die Sieger des Ultraman Kanada 2008: Florian Kraft und Sheena Miller.
Foto: Diana Legros

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