News - Coverage - Videos - Vereine - Bücher - Produkte - Umfragen - Newsletter - Foren - Impressum - Werben - Statistik  
3athlon.de® eZine
ist das Online-Portal für Triathlon, Duathlon und Multisport im europäischen Raum. Es gehört mit den Angeboten im News- und Communitybereich zu den größten und umfassendsten Special-Interest Angeboten in der Triathlon-Medienlandschaft überhaupt. Unabhängigkeit, kritische und kompetente News, Analysen, eine starke Community und ausgezeichnete internationale Kontakte zeichnen 3athlon.de aus.
:: 3athlon ezine :: triathlon - duathlon - multisport ::
Interview mit Rolf Ebeling, sportlicher Leiter der Deutschen Triathlon Union: ‚Es ist mir wichtig, dass man mit gewissem Selbstbewusstsein nach Beijing fahren kann.‘

03.12. Höllenritt im Kraftraum
03.12. DTU stellt Kader 2009 auf, Jan Frodeno und Daniel Unger einzige A-Kader Triathleten
03.12. Local Raynard Tisskink trifft beim Ironman 70.3 South Africa auf Aussie Chris McCormack und Briten Tim Don
03.12. Kommentar: Recherche ohne Kommunikation, Kontaktlosigkeit der DTU-Präsidenten Müller-Ott, Düro und Wisser sorgt für Eklat
02.12. 15-Milliarden-Markt Doping, Rechtswissenschaftler Matthias Braasch tadelt beim 23. Darmstädter Sport-Forum mafiöse Strukturen und
Überproduktion der Pharmaindustrie

02.12. Anti-Doping-Forum in Berlin, Saltin wirft der WADA und dem IOC Versäumnisse vor
02.12. Doping, Corporate Governance und Risikomanagement
02.12. Verbandsärzte für neuen WADA-Code fit machen, XXIV. Kongress 'Sportmedizin im Spitzensport' in Oberursel
02.12. Achilles' Verse: Ein Herz für Mona
01.12. Neuer WM-Modus der International Triathlon Union nimmt Gestalt an: Singapur, Washington, Madrid, Kitzbühel, Hamburg, Yokohama, London und Gold Coast
01.12. Die Hannoveranerin Sandra Wallenhorst gilt als Favoritin bei der Ironman EM in Frankfurt am Main. Die Dritte der WM im Interview über ihre Favoritenrolle, ihr Hawaii-Debut, Familie und Profisport

HOT: Neues im Forum

 

O-Töne
Anzeigen:
ActiveEurope.com

3athlon.org e.V., der Triathlonverein für Deutschland


O-Töne
"An dem Tag, wo ich Roth und Hawaii gewonnen haben, höre ich sofort auf mit dem Triathlon." - Andreas Niedrig 2001.





Interview mit Rolf Ebeling, sportlicher Leiter der Deutschen Triathlon Union: ‚Es ist mir wichtig, dass man mit gewissem Selbstbewusstsein nach Beijing fahren kann.‘


Hanau - Rolf Ebeling ist seit 2003 sportlicher Leiter der Deutschen Triathlon Union (DTU) und trägt mit seinem Mitarbeiterstab maßgeblich zum Erfolg der Olympia-Kader der DTU bei. 3athlon.de hat sich mit dem in Hanau lebenden hauptamtlichen Mitarbeiter über seine Arbeit und die dritten olympischen Spiele der Triathleten unterhalten. Ein wenig abergläubisch ist der ansonsten so rational-analytisch wirkende Ebeling schon.Traditionell für Beijing im Gepäck hat er die Glücks-Jeans mit eingerissenen Taschen. Traditionell ist dieses Beinkleid bei den wichtigsten Wettkämpfen am Körper, etwa bei der WM 2007 in Hamburg als Daniel Unger gewann...

3athlon.de: Herr Ebeling, was hätten Sie geantwortet, wenn ich Ihnen am 7. Juli 2007 in Aussicht gestellt hätte, dass die DTU den Weltmeistertitel der Herren von Hamburg (Daniel Unger, 2007) und im Folgejahr beim gleichen Rennen einen Doppelerfolg (Ricarda Lisk und Unger, 2008) und die Silbermedaille durch Jan Frodeno erzielen würde?
Rolf Ebeling:  Da hätte ich gesagt, „dann hätten wir die Ziele zu 100 Prozent umgesetzt“. Um es konkret zu machen – hätte ich die Umsetzung der Ziele für relativ schwierig gehalten. Dass wir am Anfang belächelt wurden muss man sich immer wieder in die Erinnerung rufen. Es gehört immer etwas Glück dazu. Wenn sie an die Plakate der WM denken, als wir sie herausgegeben haben kam auch von Seiten der Athleten Skepsis und Zurückhaltung. Erinnern Sie sich noch wer auf dem Plakat abgebildet war?

Wir mussten ein klares Ziel definieren, dass das natürlich eingetreten ist, ist eine gute Sache. Wir wissen die Erfolge gut einzuschätzen und sehen es als  Bestätigung, dass wir  auf dem richtigen Weg sind. Die Erfolge sind ein zusätzlicher Motivationsschub. Wir haben ein ganz klares Ziel, auch die Athleten. Am letzten Wochenende in Hamburg Platz 1, 2 und 5 bei den Männern durch Unger, Frodeno und [Christian] Prochnow und 1 und 4 durch Lisk und [Anja] Dittmer sind wichtige  Bausteine.  Wir werden uns ganz konsequent auf Peking vorbereiten. [Anm. der Red.: Christiane Pilz wird beim Worldcup im österreichischen Kitzbühel den nächsten Einsatz haben.]

3athlon.de: Auch in der laufenden heißumkämpften Olympiasaison setzten sich die Deutschen Unger und Frodeno in Szene. Wie wichtig sind diese frühen Erfolge im Saisonaufbau mit dem Höhepunkt der olympischen Spiele von Beijing? Sie sprachen Motivation an…
Rolf Ebeling: Ja, im doppelten Sinn Motivation. Es gibt kein Rennen ohne gewisse Ziele. Wenn noch hervorragende Ergebnisse herausspringen, umso besser! Auch die Laufwettkämpfe, die die Triathleten zuweilen machen  stehen unter klaren Zielstellungen. Die Motivation wirkt beidseitig, auf Wettkampf und Training, was doch sehr, sehr hart ist für die Mädels und Jungs.

Anja [Dittmer] war im Höhentraining in Font Romeau, dann folgte der Schliersee-Triathlon, um danach gleich weiter oben in der Höhe zu trainieren, in Hamburg folgte dann der Vierte Platz – das zeigt wir sind auf dem richten Weg. Als letztes hat Ricarda [Lisk], auch erneut Bestätigung erfahren. In Südafrika hatte sie ein gutes Ergebnis, bei Laufwettkämpfen, dem Grand Prix in Frankreich und nun in Hamburg. Wir können uns so viele olympische Distanzen in einem Olympiajahr nicht leisten, weil wir sehr hohe Umfänge trainieren müssen, um in der Weltspitze mithalten zu können. Unsere Ziele sind der 18. und 19. August 2008 in Peking.

3athlon.de:  Christian Prochnow hat für viele etwas überraschend den arrivierten Triathleten Maik Petzold, Andreas Raelert, Steffen Justus und dem erkrankt ausgefallenen Sebastian Dehmer  das letzte Ticket für Olympia weggeschnappt. War die Leistung des jüngsten Kader-Mitglieds letztlich auch für die DTU überraschend oder hat sich ein kleiner Generationswechsel abgezeichnet?
Rolf Ebeling:Ein echter Generationswechsel ist das ja nicht. Steffen ist der gleiche Jahrgang. Christian Prochnow ist nicht umsonst fünf Jahre im Kader gewesen und war auch bis vor kurzem bei der Bundeswehr. Er ist durch viele Verletzungen zurückgeworfen worden. Wir haben gesehen, dass wir da etwas ändern müssen und haben ihn deshalb anderen Strukturen unterstellt. Er ist jetzt endlich verletzungsfrei durch den Winter gekommen. Da wo es richtig gezählt hatte, etwa in Madrid war er vorne dabei. Er ist zurzeit ganz klar der dritte Mann, Hamburg hat seine Nominierung erneut bestätigt. Er wird nicht an den Start gehen um mitzumachen. Er ist kein Helfer im Sinne einer Mannschaftstaktik, Christian Prochnow ist unser dritter Olympiastarter - Punkt.

3athlon.de:  Vom taktischen Standpunkt scheinen für den welligen Kurs von Peking trotzdem vielleicht Raelert oder Petzold auf Basis ihrer schon in Athen gezeigten Fähigkeit überdurchschnittlich harte Attacken auf dem Rad initiieren und aufrechterhalten zu können besser geeignet. Da stellt sich grundsätzlich die Frage nach der Eignung von Prochnow für Peking – anders gefragt: Wurde bei den richtigen Rennen selektiert und wenn „ja“  hat  Prochnow bereits die nötige Härte auf dem Rad um in Peking zu bestehen?
Rolf Ebeling: Da haben wir die Antwort schon fast vorweggenommen. Madrid ist ein pekingähnlicher Radkurs. Da hat sich Prochnow unabhängig durchgesetzt. Wir trainieren für gewisse Kurse, so können Sie sicher sein, dass wir für Peking vorbereitet sind. Seitdem sind wir dabei unser Ziel „Podium in Peking“ im Auge zu behalten.

3athlon.de:  Bei den Frauen der DTU gab es ebenfalls eine kleine Überraschung. Neben den schon nach den guten Ergebnissen der WM von Hamburg 2007 mehr oder minder gesetzten Frauen Lisk und Anja Dittmer hat sich Christiane Pilz zum 2. Mal das Ticket für die Spiele geholt und wird hoffentlich auch hinfahren können. Sie brach sich im letzten Zyklus den Arm und war damit ausgeschieden. Auch etwa Unger hatte schon das Ticket, erkrankte dann aber am Pfeifferschen Drüsenfieber und fiel aus. Welche Chancen rechnen sie den Frauen der DTU auf die Top 5 bis 10 in China aus?
Rolf Ebeling: Egal ob Männer oder Frauen, wir werden keine Medaille kampflos verschenken. Wir haben das Niveau um Medaillen mitzukämpfen. Aber ich sage auch immer,  „in dem Moment wo die Jungs ins Wasser springen ist einer bereits 12“. Wir sind stolz, dass mindestens zwei von uns um die vorderen Plätze kämpfen  können.

Bei den Frauen ist es ähnlich. Es gibt 10 Frauen die vorne mitmischen, zwei sind ein kleines Stück entrückt. Die letzten Rennen haben aber gezeigt, dass [Vanessa] Fernandes nicht unverwundbar ist. Zwei von drei DTU-Athletinnen haben es bereits im Worldcup bewiesen. Christiane Pilz war auf den Punkt fit. Sie ist also gewiss nicht die schlechteste Wahl für Peking. Es war sehr hart für die Athleten wie Joelle und Andreas oder Maik. Wenn man sie zusammen in einem Qualifikationsrennen Laufen sieht, tut es einem leid. Es war aber immer klar, es gibt nur einen Platz. Das Verhalten insbesondere der Jungs danach war sportlich absolut super. Sie haben fair das Ergebnis hingenommen.

3athlon.de: Die Spiele von Beijing werden von den westlichen Nationen sehr ambivalent angesehen. Derzeit ist besonders im Ausdauersport die Luftverschmutzung an den Wettkampfstätten ein sehr großes Thema. Neben chinesischen Fabrikationsanlagen, sind auch in China tätige deutsche Unternehmen aufgefordert, ihre Anlagen über Monate ruhen zu lassen. Welche Maßnahmen unternimmt die DTU bei Olympia, um die Athleten gesund zu erhalten? Die unmittelbare Vorbereitung erfolgt ja im mittelbaren Ausland, in Korea.…
Rolf Ebeling: Wir können das konkret durchgehen. Am 1. August ist die Pressekonferenz, am 2. Folgt die Deutsche Meisterschaft. Sie wird Gottseidank über die Sprintdistanz ausgetragen und passt so gut in unser Konzept. Mein Dank gilt an dieser Stelle dem Verband, der dem Hochleistungsbereich als Ausnahme für unsere Olympia-Bemühungen die Verkürzung geschuldet hat.

Am 4. Fliegen wir dann nach Korea und trainieren vom 5. bis 15. August in Korea, also auf Jeju (Cheju) der  vorgelagerten Insel. Es hat ziemlich exakt das gleiche Klima, ein besseres Lüftchen und die Luftfeuchtigkeit ist nicht ganz so hoch. Ich kenne aus Seoul 1988m wo ich in anderer Position tätig war den Standort recht gut. 75-80 Prozent  der anderen Olympiateilnehmer bereiten sich dort vor. Etwa die Spanier, Schweizer, Engländer, Amerikaner, Neuseeländer und wir sind da. Manche Nationen  sind zum Teil länger als wir da.

Am 15. geht es dann nach Peking, weil wir am 16. bereits zum Briefing vor Ort sein müssen. Wir folgen also einem ganz konsequenten Fahrplan, der gezielt auf das Rennen abgestimmt wurde.

Um auf die Luftverschmutzung zu kommen. Wir waren schon dreimal an der Wettkampfstätte, zum Teil drei Wochen später, das dürfte aber keinen großen Unterschied machen. Ein einziges Problem haben wir gehabt, da die Triathlon-Wettkampfstätten am Rande der Großstadt Peking liegen. Eigentlich in einem sehr schönen Gebiet, mit reizvoller Strecke. Durch Winde ist in besagtem Fall der gelbe Wüstensand der Gobi herangetragen worden. Das war nicht ganz so prickelnd und man spürte ein Kratzen im Hals. Je mehr sie so etwas problematisieren, desto eher wird es zu einem wirklichen Problem.

Das sind meine  12. oder 13. Spiele. Sie müssen wissen, es geht klar nach „Schema F“ in den Wochen und Tagen zuvor. 25.000 Journalisten stehen 10.500 Athleten gegenüber, viele Reisen Tage vor den Athleten an und müssen etwas schreiben, um sich und die Reise zu legitimieren. Da wird über alles Mögliche geschrieben werden. Das Dorf, das Verkehrschaos und eben die Luftverschmutzung werden problematisiert werden. Wir konzentrieren uns auf unsere Aufgabe.

3athlon.de: Welche weiteren Herausforderungen stellen die Wettkampfstätten der Triathleten dar?
Rolf Ebeling: Na gut, die Schwimmstrecke hat die Besonderheit, ja vielleicht sogar die Seltenheit von nur einer Runde. Es gibt auch keinen Zwischenausstieg zur Halbzeit. Die zweite Besonderheit liegt in der 600 Meter langen Anschwimmgeraden. Hamburg hat etwa nur 300 Meter, damit man sich das etwas bildlicher vorstellen kann. Es wird „Highspeed“ am Anfang gefordert sein. Dazu kommen völlig unterschiedliche Voraussetzungen bei Olympia. In Beijing starten nur 55 Athleten, weil nicht jede Nation drei Triathleten entsenden kann.
Damit sind Mannschaftsdienlichkeiten von Anfang an eingeschränkt und fraglich. Sie haben – ohne despektierlich sein zu wollen -  10 Starter die hinter der Weltspitze hinterherhinken.

Das sind alles Besonderheiten, die Beachtung finden müssen. Dann der Kurs an sich dazu. Es ist achtmal ein fairer aber schwerer Berg zu bewältigen. Ich betone fair! Im Vergleich zu Athen ist er fair. Athen war für den Olympischen Triathlon viel zu hart und steil. Die vier Laufrunde sind mit einem kurzen aber heftigen Anstieg durch die Staumauer ins Triathlonstadion gekennzeichnet, hier wird der Scharfrichter über die Medaillen sitzen. Hier wird es sich entscheiden.

3athlon.de:  Es gibt bei den Frauen zwei klare Favoritinnen mit der Portugiesin Vanessa Fernandes und der Australierin Emma Snowsill, mit welcher Marschroute lassen sich die beiden Ausnahme-Triathletinnen der letzten zwei bis drei Jahre „knacken“? Ohne zu viel verraten zu wollen…
Rolf Ebeling: Ich sage es andersrum. Fernandes hat drei Rennen in dieser Saison gemacht, die am Ego kratzen werden. Der Saisoneinstieg war nicht gut, die WM von Vancouver zu kalt. In Hamburg hat Ricarda [Lisk] gezeigt, wo man langgehen muss. Fernandes ist es nicht gewohnt, dass jemand anderes außer Snowsill mitlaufen kann. Olympia ist anders, hat nicht immer direkt mit den Ergebnissen im Jahr zuvor zu tun.

Schauen wir in die Vergangenheit. Auf den Spanier Ivan Rana 2004 in Athen. Er hat den Worldcup dominiert,  80 Prozent der Triathlon-Insider hätten auf Rana als Olympiasieger gewettet. Oder den Briten Simon Lessing 2000 in Sydney. Er hat jahrelang dominiert und dann in Sydney keine Chance gehabt.

Es ist mir wichtig, dass man mit gewissem Selbstbewusstsein nach Beijing hinfahren kann. Wir wissen die Ergebnisse auch die von Hamburg sehr genau einzuschätzen und werden nicht größenwahnsinnig. Sie sind Motivation und Ansporn für Training und Wettkampf. Am Rande sei angemerkt, dass Daniel Unger international ungeschlagen ist, seit seinem Weltmeistertitel von Hamburg. Jan Frodeno hat es bei zwei Starts zweifach auf das Podium geschafft.

3athlon.de:  Bei  den Männern sind die Konkurrenz und das Feld der möglichen Favoriten ungleich größer. Hier besteht der Kreis der echten Titelanwärter aus 10, 12 vielleicht 15 Personen, aus dem – wie Sie bereits feststellten – der  Spanier Javier Gomez  hervorsticht.  Von diesen werden sich sicherlich 4 oder 5 selbst bis Peking durch Übertraining oder Verletzungen aus der Konkurrenz hinausbefördern. Befinden sich Daniel Unger und Jan Frodeno schon auf Augenhöhe mit Gomez?
Rolf Ebeling: Ja gut, Javier Gomez ist ein Ausnahmeathlet. Wir müssen uns nicht verstecken, dürfen aber wie gesagt die andere Konkurrenz nicht aus dem Auge verlieren. Die Fähigkeiten sind als Ausnahme zu bezeichnen. Er kann in alle Tempi mitgehen, wohlgemerkt in allen drei Disziplinen.

Beim Laufen bestimmt er das Tempo meistens selbst. Wir werden uns auf verschiedene Dinge einstellen. Auch auf Angriffe von Belaubre, Don, Whitfield oder Docherty und Gemmel.

3athlon.de: Wie sehen Sie die Chancen, dass gute Radfahrer durchkommen?
Rolf Ebeling:  Es gibt zu viele gute Läufer, die darauf achten werden, dass die Radfahrer nicht so weit wegkommen werden. Der Kurs wird sehr, sehr viel abverlangen. Der Start erfolgt am Morgen um  10:0 Uhr. Mit jeder Minute wird es deutlich wärmer werden. Wenn es am heißesten wird, muss dann gelaufen werden. Es wird bedingt durch das Wetter der Vortage ein gewisser Respekt einkehren. Man muss sehen, wie heiß es wirklich am Renntag ist. Vielleicht wird es ein Rennen unter Regenschauern werden. Das sind alles so Sachen. Im August wird es auch mal schütten, da werden sich manche wundern, was in Beijing möglich ist um die Jahreszeit. Durch engen Kontakt mit einem Trainer der dort Arbeit habe ich einen ganz guten Überblick. Wie es sein wird, ist zum Glück keinem Menschen bekannt.

3athlon.de:  Gomez‘ Renntaktik liegt auf der Hand. Er versucht den Abstand, wie die Portugiesin Fernandes auch nicht zu groß auf dem Weg in die 2. Wechselzone werden zu lassen und greift meist zwischen Kilometer 4,5 und 5,5 beim Laufen durch gnadenlose Tempoerhöhungen an. Lediglich ein Rezept scheint zu wirken, wenn man ihn schon nicht durch deutlich schnelle Laufzeiten knacken kann: Ein Zielsprint über 100 bis 400 Meter ist die derzeitige Schwachstelle und etwa Ungers Stärke. Kann das ein Rezept für Peking sein?
Rolf Ebeling: Das ist im Prinzip, was Gomez auszeichnet. Das Rennen von Hamburg wird Gomez in Peking kein zweites Mal laufen. Zwei bis drei taktische Varianten, die ich einschätze, darauf muss man sich vorbereiten. Wir werden uns auf verschiedene Varianten vorbereiten. Warten sie mal ab. Den Franzosen Frédéric Belaubre unterschätzen  viele. Ich halte ihn mindestens für einen ebensolchen Favoriten. Es ist sein Terrain.

3athlon.de:  Sprechen wir von Ihren Aufgaben als Teamleiter des Asics Top Team der Deutschen Triathlon Union. Wie sieht ein üblicher Wochenablauf aus? Wofür zeichnen Sie zuständig, schließlich hat die DTU mit Wolfgang Thiele weitere Disziplintrainier engagiert, greifen Sie in den täglichen Trainingsbetrieb ein?
Rolf Ebeling: Der Arbeitsalltag ist sehr, sehr unterschiedlich geprägt. Mit Roland Knoll, den ich ausdrücklich erwähnen muss und Wolfgang Thiel haben wir zwei Trainer, die das tägliche Training begleiten. Ergänzt werden sie durch zum Teil sehr gute Heimtrainer, die ebenfalls in enger Abstimmung mit den Nationaltrainern gute Arbeit leisten. Ricarda Lisks Trainer etwa oder Anja Dittmer mit Chris Gemmel sind Beispiele.

Das gesamte Team stimmt einfach, die Physiotherapeuten und Sportärzte. Wir sind ungefähr 7 Leute mit Krankengymnasten am Stützpunkt in Saarbrücken. Die Ein-Mann-Show ist schon lange vorbei. Wir haben ein sehr gutes und homogenes Team. Dass wir ein sauberes Team mit guter Kommunikation haben macht mich stolz. Wenn ein Athlet jemanden abfragt, geht er nicht weiter, bis er das gehört hat, was er hören will. Man zieht an einem Strang und stimmt sich ab. Das ist das Entscheidende, der Kontakt ist da. Ich kann jederzeit sagen wo jedes Mitglied ist oder gerade eben nicht ist.  Dann macht das auch viel Spaß. In einem guten Klima kommt der Erfolgt leichter und Erfolg sorgt auch im Umkehrschluss für ein gutes Klima. Man sieht das auch nach außen, dass wir ein sehr homogenes Team von Athleten und Betreuern haben - das zählt. Das ist worauf ich sehr viel Wert lege. Die One-man-Show gibt es nicht, so was bekämpfe ich.

Wie im Sport üblich hat jeder Höhen und Tiefen. Da sind handelnde Personen gefragt, die dafür sorgen, dass die Athleten aufgefangen werden. Wir müssen etwa auch schauen, dass es mit Justus, Franzmann und Petzold weitergeht. Die haben es jetzt wegen der verpassten Qualifikation mal schwer und dann muss man da gemeinsam durch. Es geht immer weiter, im nächsten Jahr haben wir eine schöne WM in Australien.
3athlon.de:  Vor der Aufgabe in der DTU waren sie beim NOK/DSB in sportlich leitender Position.  Sie verlassen die DTU zum Jahreswechsel – so erfolgreich wie kein anderer Vorgänger von Ihnen. Gehen sie mit einem weinenden oder lachenden Auge? Was wird Ihnen schon jetzt fehlen, wenn Sie an den Abschied denken?
Rolf Ebeling: Was mir fehlen wird? Mit Sicherheit die Athleten . ein Großteil der Athleten und der Mitarbeiterstab. Ich sage ganz bewusst das gute Team. Wenn sie etwas aufgebaut haben und es läuft gut, macht es doch Spaß. Es überwiegt doch der Spaß zurzeit.

3athlon.de:  Darf man fragen, ob nach dem Abschied der Triathlonsport weiter beruflich eine Rolle spielen wird? Wenn ja, in welchem Rahmen?
Rolf Ebeling: Nein, kann ich gar nicht sagen. Ich habe damals angefangen als Dr. Klaus Müller-Ott mich vom jetzigen DOSB geholt hat. Salt Lake City 2002 war mein letzter Einsatz, 2003 bin ich dann in die Saison eingestiegen.

Ich bin zuvor Rudertrainer gewesen und da schließt sich der Kreis wieder, indem ich mit der DTU wieder ins Trainingsgeschäft eingestiegen bin, der Kreis schließt sich damit ein wenig. In den sechs Jahren mit der DTU konnten wir das ein oder andere in der Praxis umsetzen und es hat funktioniert.

Wir haben intern auch eine recht gute Struktur mit den Bundesnachwuchsstützpunkten und  ein  sehr gutes Juniorensystem eingeführt. Diese Maßnahmen sollten langfristig dem Triathlonsport weitere Stabilität geben und wenn das Ausland genauer hinschaut ist das immer ein ganz gutes Zeichen, dass man nicht völlig daneben liegt.

Es war nicht immer leicht meine Ansichten durchzusetzen, doch der Verband ist darauf eingeangen und hat mir seine Unterstützung gegeben. Unter meiner Ägide war eigenständiges Arbeiten Voraussetzung. Damit geht auch die volle Verantwortung für den Misserfolg zu uns über, wir konnten aber umsetzen, den Erfolg ohne Reinreden reinzubringen. Das ist das Verdienst des damaligen Präsidiums, die uns diese Freiheiten ermöglichten.

3athlon.de: Was ist dann die nächste Station im Lebenslauf des Rolf Ebeling?
Rolf Ebeling: Ich bin noch offen...

3athlon.de: Wir wünschen viel Erfolg für Beijing und verletzungsfreie und gesunde Spiele.
(Kai Baumgartner)

Links
Diskussion im Forum

:: Bild in grösserer Version betrachten! ::
Rolf Ebeling ist auch während der Rennen fester Ansprechpartner für die Athleten der DTU, vom nachwuchs bis hoch zum Top Team.
Foto: Markus Kleinostendarp

Suchen in:
Begriff:
In Zusammenarbeit mit Amazon.com


Anzeigen:



31.07. Hütthaler dementiert
31.07. Pilz mit Startabsage
31.07. Iview Lisk
31.07. Deutscher Meister 2008?
30.07. Dopingskandal Österreich
30.07. Warener Hitzeschlacht
29.07. Iview Prochnow
29.07. DTL-Finale
29.07. Achilles' Verse
29.07. Westerwald-Triathlon
28.07. Braunschweig Tria
28.07. Silbersee-Triathlon
27.07. RNTC Heidelberg
27.07. BWTV-Meister
27.07. Leipziger Triathlon
27.07. MÜNCHEN TRIATHLON
27.07. Immenstadt
27.07. Edersee Triathlon
27.07. TV-Tipp: Lisk, Unger
26.07. Preview 70.3 New Found.
26.07. Preview Immenstadt
26.07. Preview Freudenbach
25.07. TV-Tipp: Prochnow
25.07. Preview DM Gelsenkirchen
25.07. Training IM 70.3 GER
24.07. Preview Heidelberg
24.07. Studie: BW München
23.07. 2. DTL: 3athlon.org Meister
23.07. Achilles' Verse
22.07. RNTC: Römerman
22.07. Kīlauea „voggt“
22.07. München Hero
21.07. 70.3 Vineman: Zeiger
21.07. Vineman: Bozzone
21.07. Asics Deutschland Cup
21.07. IM Lake Placid: US Girls
21.07. IM Lake Placid: Pontano
21.07. Lothar Leder + Ironman
21.07. Startnummer Beijing
21.07. DM Nachwuchs
20.07. IM Lake Placid LIVE!
20.07. 1. DTl: Zipf
20.07. 1. DTL: Franzmann
20.07. Kitzbühel: Rana
20.07. Kitzbühel: Spirig
20.07. WC Kitzbühel LIVE!
19.07. Preview Lake Placid
19.07. Iview S. Wallenhorst
18.07. IM 70.3 GER voll
18.07. Preview Kitzbühel
17.07. DNS: N. Stadler
16.07. München Hero
16.07. Preview Ladenburg
16.07. IM Austria: 92'
16.07. Preview DTL Greven
16.07. 2. DTL Tegernsee
16.07. Beisetzung U. M.
15.07. Achilles' Verse
14.07. Zugspitz-Drama
14.07. 70.3 Rhode Island
14.07. Rekordhatz
13.07. Austria: Wallenhorst
13.07. Austria: Vanhoenacker
13.07. Schweiz: Matter
13.07. Schweiz: Schildknecht
13.07. Roth: Vernay
13.07. Roth: Van Vlerken
13.07. Tiszaujvaros: Gomez
13.07. Tiszaujvaros: Whitcombe
13.07. Lifetime Fitness Tria
13.07. IM Suisse LIVE!
13.07. IM Austria LIVE!
13.07. Rhode Island LIVE!
13.07. Tiszaujvaros LIVE!
13.07. Top 10 Roth
12.07. Vorschau IM SUI
12.07. 10. IM Austria
12.07. B-Probe L. Hütthaler
11.07. Iview R. Ebeling
10.07. Kraichgau Update
10.07. TV-Zeiten Roth
09.07. Triple IM Woche
09.07. Vorschau Roth
09.07. Fokus Van Vlerken
09.07. TV-Tipp IM 70.3
08.07. Agies IM EM
08.07. Preview IM AUT
08.07. Herremans am Start
08.07. Achilles' Verse
07.07. Mission (Im)possible
07.07. IM ausverkauft...
06.07. IM Analyse
06.07. IM EM: Damen
06.07. IM EM: Herren
06.07. Hamburg: Lisk
06.07. Hamburg LIVE!
05.07. IM Frankfurt LIVE!
05.07. Hamburg LIVE!
05.07. Frankfurt mit Neopren
05.07. Gewinner VIP-Slots
05.07. Charity gegen Krebs
04.07. DTU & Peking
04.07. Hamburg: Kein J. Gomez
04.07. N. Stadler: IM Lake Placid
04.07. N. Stadler: DNS Frankfurt
04.07. Charity-Auktion
04.07. Ironman NightRun
04.07. Profil P. Smeets
04.07. Profil S. Rechsteiner
04.07. TV-Tipp: IM Samstag
04.07. Letzte Chance VIP-Slots
03.07. Iview C. Brown
03.07. Langener Waldsee: 24°
03.07. Upd. Kampfrichter
03.07. Vorschau Frankfurt
03.07. DNS: Did Not Start
03.07. IM & Kampfrichter
02.07. Frühchenteam
02.07. Iview N. Leder
02.07. Iview T. Bracht
02.07. Kommentar: Hamburg
02.07. TV-Tipp Hamburg
02.07. Hamburg: Herren
02.07. Hamburg: Damen
02.07. Vucko for Pres.
01.07. Iview F. Al-Sultan
01.07. Iview F. Vytrisal
01.07. VIP-Tickets gewinnen
01.07. XTERRA CZECH
01.07. Studenten-WM
01.07. Rothsee Triathlon
01.07. Nina Kraft siegt
01.07. TV-Tipp Frankurt