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Köln Triathlon wagt den Schritt zur Langstrecke: Cologne 226
O-Töne
"Dagegen ist ein Ironman wie ein Sonntagsspaziergang." - Lothar Leder bei dem Besuch der Tourankunft 2001 in Alpe D'Huez.
Köln Triathlon wagt den Schritt zur Langstrecke: Cologne 226
Köln - An Risto Hietanoro kann sich heute fast niemand mehr erinnern. Dennoch hat er ein kleines Stückchen Triathlongeschichte geschrieben. Der Finne gewann am 16. September 1984 die erste sogenannte Europameisterschaft im Ultra-Triathlon, wie die Ironman-Distanz damals in Deutschland häufig genannt wurde. Diese fand in Köln am Fühlinger See statt und wurde von dem Koblenzer Günter Kissler organisiert. Der war gleichzeitig Präsident des DTrB, einer der beiden ersten deutschen Triathlonverbände die ein Jahr später zur heutigen DTU fusionierten und träumte davon das Triathlon irgendwann einmal olympisch werden würde.
Echter Knaller in der Gründerzeit
Die EM war damals nur eines von vier Rennen im großen Veranstaltungsprogramm das insgesamt über 2000 Teilnehmer zählte und einen Etat von knapp 400.000 Mark veranschlagt haben soll. Einen europäischen Verband gab es seinerzeit noch nicht und so war die Namensgebung für Kissler unproblematisch. Hietanoro gewann seinen Titel nach 9:28:20 deutlich vor dem belgischen Meister Mario Huys. „Exotisches“ Aushängeschild waren einige Amerikaner aus dem Mutterland des Triathlonsportes, die außer Konkurrenz starten sollten. Als am Vorabend des Rennens die niedrige Wassertemperatur der Regattabahn eine Verkürzung der Schwimmstrecke von 3,8 auf 2,5 km erforderlich machte, meldeten diese kurzerhand auf die Langdistanz (1,5-110-30) um. Hier wurden sie dann von Dirk Aschmoneit und Jürgen Zäck versägt. Immerhin gewann Vizeweltmeisterin Julie Moss (IM Hawaii 1983) die Damenkonkurrenz.
Lange Durststrecke für Köln
Derartig lange Triathlonrennen gab es danach in Köln keine mehr und auch in NRW wartete man bislang vergeblich auf ein Individualrennen dieser Größenordnung.
Cologne226
Am ersten Septemberwochenende 2007 soll das Warten nun ein Ende finden. Der im Jahr 2001 als Nachfolger vieler Triathlonwettkämpfe am Fühlinger See vom Pulheimer SC gestartete KölnTriathlon, soll nach fünf Ausgaben nun um ein Rennen über die Langdistanz erweitert werden. Der Name des Rennens, Cologne226, leitet sich aus der Addition der Rennkilometer ab. Genau 226 Starter sollen dann das Premierenfeld bilden. Uwe Jeschke und Carsten Krause, Organisationschefs des Veranstalters Jeschke & Friends hoffen hierbei auf den Durchbruch für den KölnTriathlon hin zu einer der größten Triathlonevents in Deutschland. Immerhin war die Veranstaltung in der Domstadt laut Leserumfrage einer deutschen Triathlonzeitschrift das beliebteste Rennen des Jahres 2006 in NRW. Jeschke & Friends führen den KölnTriathlon seit 2005 in privater Verantwortung durch.
4 Radrunden
Damit für die 180 zu fahrenden Kilometer nicht zu viele Runden abgerissen werden müssen, konnte zusammen mit den Kölner Behörden die in diesem Jahr schon verlängerte Radrunde noch einmal um zwei Teilstücke erweitert werden. Vier flache Runden müssen die Langtriathleten nun auf den 45 km zurücklegen. Das Mitteldistanzrennen, nun unter dem Namen CologneClassic geführt, kann auf diese Weise über nur noch zwei Radrunden abgewickelt werden. Noch mehr an Streckenattraktivität wäre erzielt worden, hätten die Behörden aus dem westlich der Kölner Stadtgrenzen anliegenden und ländlich geprägten Erftkreis mitgespielt. So bleibt der KölnTriathlon zunächst weiterhin auf Kölner Stadtgebiet und führt neben dem altbekannten Radstück mit jetzt insgesamt drei Wendepunkten auch über eine an Wochenenden wenig befahrene breite Allee entlang der Ford-Werke. Heutige Streckenplanungen für Triathlonrennen sind aus verschiedenen Gründen viel schwieriger als in den Pionierzeiten der Sportart. So ging die lange 1984er Radstrecke noch über eine Runde, welche die Teilnehmer bis in die Nähe der holländischen Grenze führte. Dies jedoch nicht mit dem nach heutigen Maßstäben notwendigen Komfort und Sicherheitsaufwand für die Athleten.
Fühlinger See bleibt Triathlonnabel
Die Ruderinsel im Fühlinger See bleibt der Dreh- und Angelpunkt für alle Wettkämpfe, auch für den CologneSmart, der über die Jedermannstrecken (0,7/24/7) zusammen mit dem Company Team Cup am Samstag ausgetragen wird. Großer Abschluss und der Clou für CologneClassic und Cologne226 ist jedoch das Ziel. Dieses liegt nun mitten in Köln. Der Rheinauhafen, der auch das Schokoladen- und das Sportmuseum beherbergt, bildet eine ideale und attraktive Umgebung mit Zuschauergarantie für die Finisher. Um dort hinzukommen, geht es für die Mitteldistanz zunächst einmal, für die Langdistanz viermal auf die bekannte Laufrunde um den Fühlinger See. Anschließend biegen die Athleten auf die letzten 15 km ab ihres Halb- bzw. kompletten Marathons ab. Diese führen zumeist am Rheinufer und der Altstadtpromenade entlang zum Ziel.
Mit dieser Streckenführung ist ein erster Schritt getan um die Veranstaltung sukzessiv irgendwann vielleicht einmal ganz in die Kölner Innenstadt zu verlegen. Der logistische Aufwand dafür ist groß und auch die in 2007 zu bewältigende Organisationsleistung bedeutet für Jeschke & Friends und sein Organisationsteam ein paar Kraftakte und finanzielle Ausgaben mehr als in den vergangenen Jahren. Ohne einen Großsponsor ist ein City-Triathlon in Reinform auch nicht zu finanzieren.
Teilnehmer gesucht
Zunächst hofft man auf ausgebuchte Teilnehmerfelder. Hierzu will man bereits mit dem Einleuten des Neujahrstages die Anmeldung online schalten. Man verspricht den Top-Athleten mindestens 10.000 Euro Preisgeldausschüttung. Langdistanz-Europameisterin Andrea Brede hat bereits zugesagt. Ob sie ihren Titel im nächsten Jahr verteidigen kann wird sich zeigen, und damit auch ob Köln nach Risto Hietanoro einen weiteren amtierenden Europameister zu sehen bekommt. (Robert Stabrey)