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Ironman: Deutscher Tag auf Hawaii
Nina Kraft und Normann Stadler gewinnen in Kona – Faris Al-Sultan Dritter
Der deutsche Triathlonsport erlebt beim Ironman 2004 auf Hawaii den größten Tag seiner Geschichte: Nina Kraft und Normann Stadler zeigten am Samstag beim Prestigerennen im Pazifik eindrucksvolle Leistungen und siegten mit großem Vorsprung. Nina Kraft, die ihre Dauerrivalin Natascha Badmann aus der Schweiz und die Kanadierin Heather Fuhr distanzieren konnte, ist die erste deutsche Siegerin in der 26-jährigen Geschichte des Rennens. Normann Stadler, der vor dem kanadischen Titelverteidiger Peter Reid und dem Münchner Faris Al-Sultan gewann, tritt in die Fußstapfen von Thomas Hellriegel, der 1997 als erster Deutscher siegen konnte.
Normann Stadler wählte für das Rennen durch die glutheißen Lavafelder des Vulkans Mauna Kea die gleiche Taktik wie in den Vorjahren. Beim Schwimmen war er mit 54:27 Minuten gleich schnell wie in den Vorjahren. „Aber in diesem Jahr hat mich das Schwimmen deutlich weniger Kraft gekostet“, war Stadler mit seiner Leistung in der 3,8 Kilometer langen Auftaktdisziplin zufrieden. Auf dem Rad nahm Stadler das Heft in die Hand und setzte sich nach 50 Kilometern allein an die Spitze. Auf den 180 Kilometern durch die Hitze und gegen den heftigen Mumuku-Wind konnte er einen Vorsprung von zehn Minuten herausfahren. Auf der Laufstrecke nahmen zunächst Stadlers Vereinskollege der MTG Mannheim Alexander Taubert, der mit nun 14 Starts so oft wie kein anderer Deutscher auf Hawaii am Start war, und der Münchner Faris Al-Sultan die Verfolgung auf. Nach der Hälfte der Strecke konnte sich Al-Sultan von Taubert absetzen, beide mussten aber den dreifachen Sieger Peter Reid noch passieren lassen. Doch Normann Stadler war auf der Marathonstrecke für alle unerreichbar: Mit einem Vorsprung von zehn Minuten lief Stadler nach 8:33:29 Stunden als zweiter deutscher Sieger der Ironman-Geschichte ins Ziel. „Ich habe sechs Jahre lang versucht, das Rennen auf dem Rad zu entscheiden. Heute ist meine Taktik aufgegangen“, sagte der überglückliche Stadler im Ziel. „Von diesem Sieg habe ich siebzehn Jahre lang geträumt. Niemand kann mir das mehr nehmen, der Titel bleibt für immer. Nun ist mein Name in der Liste der ganz Großen. Ich hoffe, dass dieser Sieg auch dem Triathlon in Deutschland insgesamt hilft.“
Auch bei den Damen dominierte eine Deutsche das Rennen unangefochten. Nina Kraft zeigte sich schon beim Schwimmen in der Spitzengruppe und konnte auf dem Rad bald die Führung übernehmen. Doch anders als in den vergangenen Jahren konnte ihrer Dauerkonkurrentin Natascha Badmann aus der Schweiz, die viermal auf Hawaii gewonnen hatte, nicht zur Braunschweigerin aufschließen. Mit einem Vorsprung von genau einer Viertelstunde ging Kraft auf die Laufstrecke. Nach dem Marathon hatte sich ihr Vorsprung sogar auf unglaubliche 17 Minuten vergrößert: Nina Kraft konnte sich als erste Deutsche in die Siegerliste des Ironman eintragen. „Vor dem Start war ich viel ausgeruhter als in all den anderen Jahren, doch jetzt nach dem Rennen fühle ich mich viel müder“, sagte Kraft. „Das Rennen war sehr hart. Ich habe erst zwei Kilometer vor dem Ziel geglaubt, dass ich es gewinne. (DTU-Pressestelle)
Das Special wird
unterstützt von
16.10. Nina Kraft fährt trotz unberechtigter Zeitstrafe einem beeindruckendem Sieg entgegen und deklassiert die Konkurrenz. Am 10.11.2004 soll durch Veröffentlichungen von FAZ und 3athlon.de der größte Dopingskandal im deutschen Triathlonsport aufgerollt werden.
16.10. Normann 'Norminator' Stadler hat zugeschlagen und einem exzellenten Bikespilt einen kontrollierten Lauf in 2:57 folgen lassen.
O-Töne
"Das drückt nicht so sehr, weil ich viel Druck auf die Pedale bringe." - Faris Al-Sultan im ZDF-Sportstudio auf die Frage, ob das Fahren mit Badehose auf dem Rad nicht schnell Schmerzen bereiten würde.