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DTU Dopingfall

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DTU Dopingfall und die Reaktionen

Die Reaktionen spielen unisono alle auf einer Klangfarbe: „Warum kommt die Information so spät und warum gerade jetzt? Liegt es am Druck durch 3athlon, das Forum und anderer recherchierenden Journalisten?

Es ist für die DTU sicher sehr schwer mit dem Thema umzugehen, das neben ganz frühen öffentlich gewordenen Dopingfällen in den Anfängen des Sports durchaus ein Novum (für dieses Präsidium) darstellt.

Wir haben versucht in unserer Analayse auch die Position der DTU zu beachten, die letztlich zu einer solchen "Verzögerung" im Verfahrensablauf führte. Ursachen liegen auch in den Strukturen, wie Entscheidungen herbeigeführt werden. Sitzungen müssen einberufen und persönlich besucht werden. Echtzeitkommunikation über verschiedene Verfahren ist noch nicht als Möglichkeit realisiert worden. Daraus ergeben sich alleine auf Ebene der Beschlussfassung massive Verzögerungen.

Nicht völlig überraschend erreicht uns am Freitagnachmittag eine E-Mail von Herrn Reinhard Wilke. Der gelernte Jurist kümmert sich neben dem Finanzressort auch um Fragen des Rechts. Leider hat uns das entsprechende Präsidiumsmitglied auf unsere freundliche rhetorische Anfrage den Abdruck seiner E-Mail untersagt und geht leider gar nicht auf die inhaltlichen Anregungen ein.

Der Inhalt seines offiziellen Statements besitzt ausreichendes Maß an öffentlichem Interesse, so dass wir den Inhalt nun doch publizieren. Eine sinngemäße Veröffentlichung birgt auf Basis des ironischen Grundtons zu hohe Risiken der Fehldarstellung durch 3athlon:

1. Reinhard Wilke am 16. Juli an Kai Baumgartner:
Sehr geehrter Herr Baumgartner,
heute ist mir Ihre Internetmeldung zum Fall "Braun" vorgelegt worden. Stil und Qualität Ihrer Berichterstattung sind wirklich bemerkenswert. So möchte ich es nicht versäumen, Ihnen für das "Engagement" zu danken, das schon "ein zweites Mal Änderungen im Regelwerk der DTU" zur Folge gehabt haben soll. Die "nur unter Druck reagierende DTU" ist sicher auf solches Engagement angewiesen, vor allem dann, wenn es von Stellen ausgeht, die sich im "Handling" solcher Themen nicht für überfordert halten. Welche Regeln"im Detail" zu verbessern sind, dürfte mit Hilfe Ihres Engagements keine "offene Frage" mehr bleiben. Sie sind herzlich eingeladen, sich hier weiter zu engagieren, wobei es allerdings hilfreich wäre, wenn Sie auf die Details auch eingingen. Das allerdings könnte mühsamer sein als Ihr bisheriges Schreibwerk.
Mit freundlichen Grüßen
Reinhard Wilke
(Teil des reformbedürftigen DTU-Personalbestandes)

2. Kai Baumgartner am 19. Juli an Reinhard Wilke:
Sehr geehrter Herr Wilke,
vielen Dank für Ihre E-Mail. Diskussionen, die auf persönliche Verletzungen oder Eitelkeiten bauen bringen die Sache nicht weiter. Wir haben bereits sonntagabends im letztjährigen Sommer genügend Zeit und Gelegenheit gehabt über das Thema zu kommunizieren und wie wichtig es für die DTU ist, dass es nicht publiziert wird. Wir haben uns nach wiederholten Rücksprachen mit dem Athleten fast ein Jahr geduldet und mussten lediglich der Eigendynamik im Forum Tribut zollen und haben nun reagiert, als bereits andere Medien (Sport1) das Thema aufgegriffen haben. Ich kann nachvollziehen, dass sie als ehrenamtlich tätiges Mitglied der DTU nicht über den kompletten Sachverhalt informiert sind oder auch nicht mehr alle Details direkt abrufbar sind.

Das Thema ist seit August 2003 anhängig und auch im Dezember 2003 auf einer kleinen Sitzung zwischen Mitgliedern des Präsidiums, mir und meiner Rechtsvertretung am Rande angerissen worden. Was ich nicht nachvollziehen kann ist die Art und Weise, wie die DTU in Pressemeldungen mit Themen umgeht, die nur durch die Mühen und den Druck der Basis angegangen worden sind. Wenn sie dies verneinen wollen ist das ihr gutes Recht, für mich erübrigt sich aber dann jede Kommunikation in der konkreten Sache mit Ihnen.

Gerne bringe ich mich in eine Sachdiskussion um die Reformen benötigenden Paragraphen ein, auch wenn ich Spuren von Zynismus in ihren Zeilen zu erkennen glaube. Vielmehr erscheint es mir so, dass eine konsequente Auslegung bestehender Paragraphen und die Anlehnung an gängige Praxis anderer Sportdisziplinen (z.b. DLAV) völlig ausreichend gewesen wären, um eine für alle Beteiligten wohlgefällige Lösung zu erarbeiten.

Ich möchte an dieser Stelle auch an den Passus im DTU-Vertragswerk verweisen, der bei unklarem Regelbestand der DTU auf das Regelwerk der ITU oder im zweiten Schritt auf die Regelungen der Spezialistenverbände (UCI, etc.) verweist. Zudem erneut der Hinweis auf die räumliche Nähe der DTU-Geschäftsstelle zum Landessportbund in Frankfurt, der Hilfestellungen sicher leicht geliefert hätte. Eine persönliche Terminvereinbarung „über den Flur“ sollte doch im letzten halben bis dreiviertel Jahr problemlos möglich gewesen sein .Das ist aber spekulativ und von daher nebensächlich.

Ich empfehle ihnen die sehr dediziert geäußerten Meinungen von mündigen Athleten der Basis im Forum, die natürlich nicht immer den ausgefeilten Ausdrucksmitteln der DTU entsprechen durchzulesen. Andererseits kann ich sie schon jetzt darauf hinweisen, dass Holger Spiegel eine etwas andere Sicht der Dinge vorbereitet hat und diese ebenfalls online gehen wird.

P.S.: Ich werde diese Konversation mit ihrer Erlaubnis im Forum und/oder der Website im entsprechenden Thread als Vollzitat veröffentlichen.

MFG Baumgartner

3. Reinhard Wilke am 20. Juli an Kai Baumgartner:
Sehr geehrter Herr Baumgartner,
da Sie die Veröffentlichung unserer "Konversation" unter den Vorbehalt meiner Erlaubnis gestellt haben, möchte ich hiermit erklären, dass Sie diese Erlaubnis n i c h t haben.
Ich bitte, dies zu respektieren.
Mit freundlichen Grüßen
Reinhard Wilke
(Kai Baumgartner)

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DTU-Antidopingordnung 2004 (PDF)
Diskussion im Forum: Fall Schumacher
Diskussion im Forum: Fall Bour

 


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