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DTU Dopingfall

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"Ich fahre nur noch zweimal mit Thomas Rad - einmal in Roth und einmal in Hawaii" - Andreas Niedrig über sein Radtrainingslager mit T. Hellriegel auf Lanzarote 2001.





In der Community auf 3athlon.info ist das Thema schon lange Zeit im Gespräch. Langwierige Verfahrensbehandlungen und Verzögerungen auf vielen Seiten haben scheinbar noch immer keine endgültige Stellungnahme der DTU ermöglicht.

Der betroffene Profiathlet Thomas Braun hat im August 2003 gegenüber 3athlon versichert seine Position an dieser Stelle darlegen zu wollen, um das Vorhandensein von Dianabol, Ephedrin und Koffein plausibel zu erklären und ebenfalls die Möglichkeit einer Verunreinigung von Nahrungsergänzungsmitteln und die mögliche unwissentliche Substitution abzuklopfen.

Die DTU sperrte den Profi-Triathleten für ein Jahr bis November 2004. In Frankreich darf Braun drei Jahre, bis zum 23. Mai 2007, nicht an den Start gehen.

Durch Anfragen überregionaler Medien, initiiert aus dem Forum ist eine erste DTU-Stellungnahme fast ein Jahr nach der positiven A-Probe veröffentlicht worden. In der Folge sollen (vgl. Draftathlon.com) durch das Engagement auf 3athlon ein zweites Mal Änderungen im Regelwerk der DTU folgen, um im konkreten Fall aktuelle Dopingfälle im Sinne aller Beteiligten in engeren Zeitfenstern abschließen zu können.

Welche Regel im Detail verbessert werden wird oder ob es sich 'nur' um eine Konkretisierung der bestehenden Auslegungspraxis handeln wird bleibt eine offene Frage.

Leider zeigt auch dieser Fall einmal mehr eine zögerliche und nur auf Druck reagierende DTU. Reformen in der Grundhaltung, Führungsstruktur und auch im bestehenden Personalbestand erscheinen erneut dringend notwendig. Es scheint, dass der Verband im offensiven und offenen Handling dieses Themas überfordert ist.

Offizielle Pressemitteilung
"Dopingsperre gegen deutschen Triathleten.

Im Bereich der Deutschen Triathlon Union ist ein positiver Dopingfall festgestellt worden. Ein Athlet, der nicht dem Nationalkader angehört, wurde im vergangenen Sommer bei einem Wettkampf in Gérardmer/Frankreich getestet; die dabei entnommenen Proben ergaben – auch nach den anschließenden Laboranalysen – klare Hinweise auf mehrere verbotene Substanzen. Die Folge ist eine Sperre, das heißt ein Ausschluss von allen Wettkämpfen für die Dauer von einem Jahr (in Deutschland) bzw. drei Jahren (in Frankreich).

Gegen die von der Deutschen Triathlon Union verhängte Sperre ist derzeit noch eine Klage beim DTU-Verbandsgericht anhängig. Dabei wurde die Verlässlichkeit der Dopingtests in Zweifel gezogen. Solche Zweifel sind jedoch nach der jetzt bekannt gewordenen Entscheidung des französischen Anti-Doping-Kommitees (Conseil de Prevention er de Lutte contre le Dopage, CPLD), das nach dem Vorfall in den Vogesen mit den Untersuchungen ein vom IOC anerkanntes Labor beauftragte, unbegründet. Ob der betroffene Athlet gegen die französische Entscheidung klageweise vorgeht, steht derzeit noch nicht fest.

Auch nach den deutschen Untersuchungen in einem Universitätslabor in Ulm muss von einer einwandfreien Dopingprobe ausgegangen werden. „Wir müssen deshalb von einem klaren Verstoß ausgehen“, erklärt DTU-Präsident Dr. Klaus Müller-Ott zu dem Vorfall. Es sei zu erwarten, dass auch das Verbandsgericht dies in Kürze bestätigen werde.

Die DTU überarbeitet derzeit mit Unterstützung der Nationalen Anti Doping Agentur Deutschland (NADA) ihre Anti-Doping-Ordnung, um künftig noch effizienter, insbesondere mit schnelleren Verfahrensabläufen, auf Dopingverstöße reagieren zu können. Dabei sollen mehr als bisher auch Ärzte, Trainer und Mannschaftsbetreuer in „Haftung“ genommen werden. Die neue Antidopingordnung wird neuen internationalen Standards der International Triathlon Union (ITU) und der Welt-Antidopingagentur (WADA) entsprechen.

„Ein konsequentes Einschreiten gegen jede Form oder Unterstützung von Doping ist unverzichtbar“, erklärt Dr. Müller-Ott. Nur so sei es möglich, diese hässliche Erscheinung eines krankhaft-übersteigerten Ehrgeizes aus dem Sport zu verbannen. Der jetzt bedauerlicherweise festgestellte Fall müsse ein Einzelfall bleiben." (Pressestelle DTU)

Der kritische Kommentar von Holger Spiegel
Die aktuelle Diskussion um die Behandlung des Dopingfalles durch die DTU wird meiner Ansicht im Moment nicht komplett objektiv geführt. Deshalb würde ich gerne eine Sicht der Dinge zum Besten geben, die die Verantwortlichen in der DTU in einem besseren Licht erscheinen lässt, als es im Moment der Fall ist.

Was von vielen Leuten die sich zu diesem Thema äußern scheinbar nicht berücksichtigt wird, ist die Tatsache, dass es sich meines Wissens um den ersten Fall einer positiven Dopingprobe im Geltungsbereich der DTU nach Michael Schuler (1994) und einer Frau (1988) handelt.
Zusätzlich verkompliziert wird der Fall dadurch, dass es sich um einen Befund handelt, der im Ausland (von einem anerkannten Labor) festgestellt wurde. Anders als größere, länger bestehende und mit umfangreicheren finanziellen Mitteln ausgestattete Sportverbände wie zum Beispiel der DLV kann sich die DTU keine großen Gremien und Kommissionen aus erfahrenen hauptberuflichen Mitarbeitern leisten.

Es ist allerdings gängige Praxis von vielen Sportverbänden anhängige, noch nicht abgeschlossene Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit Dopingbefunden nicht an die Öffentlichkeit zu bringen. Das sollte jedem, der weiß wie in der Presse oder in den entsprechenden Internetforen mit solchen Informationen umgegangen wird auch sinnvoll und nützlich erscheinen. Sowohl die personellen Strukturen, als auch das junge Regelwerk der DTU ist möglicherweise, und das kann man durchaus auf die fehlende Erfahrung mit solchen Fällen und nicht auf Fahrlässigkeit oder Dummheit zurückführen, im Bezug auf die schnelle und konsequente Untersuchung und Behandlung von Dopingvorwürfen noch nicht optimiert. Allerdings gilt im Regelwerk der DTU im Zweifelsfall das Regelwerk der ITU oder der zuständigen Spezialistenverbände. Hier wäre also eine Rechtssicherheit und ebenfalls ausreichend Erfahrung vorhanden.

Man braucht nicht viel Fantasie sich vorzustellen, dass man als Entscheidungsträger bei so einer Sache ganz schön unter Druck steht, besonders, wenn das ganze Verfahren ein Novum darstellt. Noch weniger Fantasie braucht man um sich vorzustellen, wie man vom versammelten Mob in der Luft zerrissen würde, wenn der Dopingsünder am Ende wegen Verfahrensfehlern straffrei ausgeht.

Alle die sich jetzt in die erste Reihe stellen und Steine auf die Verantwortlichen werfen, und unterstellen, dass etwas unter den Teppich gekehrt wird, sollten sich mal fragen, wie sie an Stelle der entsprechenden Entscheidungsträger gehandelt hätten, und ob wirklich knallharte Indizien dafür existieren, dass irgendwo, irgendwann im Laufe des Vorgangs absichtlich oder fahrlässig Zeit verschwendet wurde.

Also, überlegt euch, ob es wirklich fair ist und sinnvoll, ein großes Gezeter anzustimmen was die DTU möglicherweise dazu nötigt, jetzt übereilt oder hektisch zu handeln. Ich wäre froh, wenn es den Jungs am Beispiel dieses Falls gelingt ein Protokoll zu erarbeiten, dass es in der Zukunft ermöglicht schneller und effizienter mit solchen Fällen umzugehen, damit unser Sport auch weiterhin in der Öffentlichkeit sauber und professionell rüberkommt.

PS: Noch ein Wort vorweg an die Verschwörungstheoretiker, ich arbeite nicht für die DTU, ich bekomme kein Geld von irgendwelchen Funktionären, ich habe kein Verhältnis mit irgendwelchen Funktionären, und ich bin auch nicht der nächste Dopingsünder, dessen Verfahren im Moment unter einen noch tieferen Teppich gekehrt wird.

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DTU-Antidopingordnung 2004 (PDF)
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