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"Das drückt nicht so sehr, weil ich viel Druck auf die Pedale bringe." - Faris Al-Sultan im ZDF-Sportstudio auf die Frage, ob das Fahren mit Badehose auf dem Rad nicht schnell Schmerzen bereiten würde.





Nina Kraft und Stefan Holzner verteidigen ihre Titel: Ein Bayer auf in Frankfurt, Weltbestzeit im Schwimmen und Top-Frauenzeit beim Opel IRONMAN GERMANY 2004

FRANKFURT. Es gibt Athleten und Rennen, die passen einfach zusammen. Die Kombination Stefan Holzner und der Opel IRONMAN Germany Triathlon beispielsweise, das ist so ein Duo. Nicht, dass die Konkurrenz nicht durch das letztjährige Rennen gewarnt gewesen wären, bei dem Holzner auf dem Rad allen davongefahren und sein Rennen im Alleingang nach Hause gelaufen war. Trotzdem wiederholte der 35-jährige Bad Reichenhaller am Sonntag in gleicher Manier seinen Vorjahreserfolg. „Es hat einfach alles gepasst“, sagte Holzner im Ziel am Frankfurter Römer. Eine Aussage, die sich nicht sonderlich stark unterschied von seinem Statement im Vorjahr.

Die Jagd nach der Weltbestzeit
Verändert gegenüber dem vergangenen Jahr war der Rennverlauf. Nicht ungewohnt, dass Jan Sibbersen mit der schnellsten Schwimmzeit im Langener Waldsee glänzte. Jedoch schwamm der Coburger in 42:17 Minuten im wirklich kühlen Nass endlich die lange anvisierte Weltbestzeit. Jubelnd stieg der 29-Jährige als Erster aufs Rad. Aus der kompakten Gruppe aller Favoriten, die nach gut 48 Minuten in die erste Wechselzone stürmte, drückten vor allem Jürgen Zäck, Thomas Hellriegel und Vorjahressieger Stefan Holzner aufs Pedal. Im Vorjahr hatte Zäck bei der ersten Disziplin seine Schwimmbrille eingebüßt und damit wertvolle Zeit auf die Führenden. Letztlich hatte er erst mit dem schnellsten Marathon das Feld aufrollen können. Diesmal saß „Zäck attack“ vor allem wieder mit Druck auf dem Rad. Hellriegel, Holzner und Zäck ließen erst einmal die versammelte internationale Konkurrenz vom Hinterrad platzen. „Es war ein unheimliches Tempo“, sagte Zäck hinterher. Er meinte es war schlicht „Holznertempo“, denn kurz nach der Hälfte des Radsplits gestaltete der Bayer den Opel IRONMAN Germany Triathlon wieder als One-Man-Show.

Nach knapp 110 von 180 Radkilometern setzte sich Holzner just an der gleichen Stelle wie im Vorjahr von seinen Mitstreitern ab und forcierte immer stärker. „Ich habe konstant Druck gemacht und meine Chance gesucht“, sagte Holzner später. Thomas Hellriegel, Teamkollege im Opel Triathlon Team hat es im Rennen etwas anders umschrieben: „Bin ich froh, dass Stefan endlich weggefahren ist. Der ist völlig irre, was der für ein Tempo anschlägt!“ Der Titelverteidiger nutzte also seine Möglichkeiten und baute seinen Vorsprung immer extremer aus. Nach dem Radfahren lag der zweimalige Neuseeland-Gewinner mit mehr als sieben Minuten in Front. „Es ist einfach gut gerollt“, sagte Holzner im Ziel lapidar, und es klang ganz nach der Gemütlichkeit, die der Hotelier mit seinem Hobby Akkordeonspielen versprühen kann. Aus dem Mund von Thomas Hellriegel klang es nach dem Zieleinlauf etwas anders. „Ich war fertig“, sagte Hellriegel, der sicherlich übel gefroren haben dürfte im Langener Waldsee, als der Start am frühen Morgen um gut 13 Minuten verschoben wurde. Mit Windweste ausgestattet war Hellriegel auf die Radstrecke gegangen, ein Zeichen nicht nur, dass ein massiver Wind durch die Wetterau fegte, sondern auch, dass der Bruchsaler fror. Mit Vollgas fuhr sich Hellriegel erst warm, dann platt.

Unterwegs mit dem dem Laufexpress
Während Holzner nach dem Radfahren vergleichsweise entspannt wirkte, erreichten seine Verfolger Hellriegel und Zäck deutlich angeschlagen die Wechselzone am Eisernen Steg. Zäck wechselte nicht sonderlich schnell, im Vergleich zu seinem Mitstreiter aber geradezu frisch auf den abschließenden Marathon. „Da ging gar nix mehr“, sagte ein frustrierter Hellriegel drei Stunden später, nachdem er im Marathonlauf in diesem Weltklassefeld noch auf Platz sieben durchgereicht worden war. Hellriegel hatte mit einer Laufzeit von 3:06:08 Stunden in der Diskussion um Topplatzierungen keine Argumente.

Jürgen Zäck dagegen bewahrte Tuchfühlung zur Spitze. „Nach dem Radfahren war alles noch offen“, sagte der Routinier, der gut geschwommen war und ordentlich geradelt, ganz wie geplant. Doch Zäck musste hart arbeiten auf dem windigen und somit anspruchsvollen Flachkurs am Main. Er bemühte sich, den Abstand auf Holzner zu verkürzen und gleichzeitig die Herren Brown, de Boom und Reid auf Distanz zu halten. Eine schwierige Aufgabe, die der Blondschopf lange gut bewältigte. Erst auf den letzten Kilometern spielte der Neuseeländer Brown seine Stärken aus und presste aus seinen müden Beinen eine Marathonzeit von 2:44:44 Stunden heraus - angesichts der doch anstrengenden Bedingungen eine herausragende Zeit, die für Zäck ein wenig zu schnell war. Er war mit Brown und Tim de Boom gemeinsam um Platz zwei gerannt. „Wir hatten ein gutes Tempo zusammen“, sagte Zäck. So lange, bis Brown bei Kilometer 33 die Geschwindigkeit im „Laufexpress“ anzog. „Ich hatte gehofft, dass ich Stefan noch bekomme“, sagte Brown im Ziel, doch trotz der schnellsten Marathonzeit wurde er wieder nur Zweiter. „Der Rückstand war einfach zu groß“ - im Ziel betrug er noch eineinhalb Minuten, obwohl Brown die letzten Kärfte mobilisiert hatte und kaum noch gehen konnte. De Boom dagegen hatte sich auf dem Rad zu sehr verausgabt, um noch ganz nach vorne zu kommen. „Ich habe einige Fehler gemacht und bin zu hart gefahren und zu hart angelaufen“, erkannte der Dritte im Ziel, „taktisch war nicht alles besonders gut heute.“

Ähnlich erging es Hawaii-Sieger Peter Reid, der Zäck beim Laufen zunächst distanzierte, letztlich aber nur auf Platz sechs einkam. In 8:34:50 Stunden lag der dreimalige Hawaii-Sieger am Ende deutlich hinter Triumphator Holzner (8:16:35) und nur gut 20 Minuten vor dem Triathlon-Debütanten Kai Hundertmarck sowie Frauen-Siegerin Nina Kraft. Der Kanadier hatte sich Chancen auf eine bessere Platzierung unter Anderem mit taktischen Spielereien im Kampf um die Plätze mit Jürgen Zäck selbst verbaut: „Peter hat zwischenzeitlich Splitzeiten über den Kilometer von 3:30 gelaufen, um mich loszuwerden. Das dürfte zu viele Körner gekostet haben.“

Große und kleine Überraschungen
Hundertmarck überraschte mit Rang überraschte mit Rang elf (8:56:18) wohl am meisten sich selbst: „Ich habe schon geplant die beste Radzeit zu fahren. Als ich aber auf der Radstrecke nach schrecklich verlaufendem Schwimmen nicht schnell genug in die erste große Gruppe aufschließen konnte, war mir klar, dass es schwer werden würde ganz alleine gegenhalten zu wollen.“

Die Braunschweigerin Nina Kraft staunte lediglich über ihre herausragende Zeit (8:58:37), nicht aber über ihren überlegenen Sieg. Reid aber war einfach nur enttäuscht. Im vergangenen Jahr hatte er sich nicht gezielt auf Frankfurt vorbereitet und so nur Rang vier erreicht. Diesmal aber stimmte die Präparation, der dreimalige König von Kailua Kona hatte sich zudem völlig zurückgezogen und auf das Unternehmen Frankfurt-Sieg konzentriert.

Reid blickt nun ganz auf Hawaii, wie Kai Hundertmarck und Nina Kraft. Stefan Holzner dagegen hat auch nach Frankfurt kein Interesse, es noch einmal zu probieren bei der Weltmeisterschaft. Genauso wie das Frankfurter Pflaster für Peter Reid wenig ansprechend ist, so unattraktiv ist jenes auf Hawaii für den Bayer Holzner. Es gibt Rennen, die passen Holzner eben besser – Kanada zum Beispiel. (Volker Boch, Kai Baumgartner)

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Zweiter Start, zweiter Sieg: optimale Ausbeute.
Foto: TFrahmS

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Der Marathon wurde auf den letzten Metern noch einmal sehr schnell.
Foto: Christian Saur

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Die Top 4 im Ziel.
Foto: Christian Saur

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Auf dem Rad unschlagbar - Stefan Holzner.
Foto: Christian Saur

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Der Laufexpress war in der 3. Auflage in mehreren Konstellationen unterwegs.
Foto: Christian Saur

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Katja Schumacher ist mir ihrem Rennen hochzufrieden.
Foto: TFrahmS

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Markus Forster hatte einen guten Tag im zweiten und dritten Teil des Rennens.
Foto: Christian Saur

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Thomas Hellriegel lag bis zum Laufen in aussichtreicher Position.
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Kai Hundertmarck hat doch einige Skeptiker überzeugt - zweitbester Radsplit und Sub9.
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Uwe Widmann hat 2004 überzeugt.
Foto: Christian Saur

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Das Ziel platzte auch bei der 3. Auflage aus allen Nähten.
Foto: Christian Saur

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Kontrastprogramm - aus dem grünen Umland geht es durch einen kurzen Tunnel mit Blick auf die City Richtung Innenstadt.
Foto: Christian Saur


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