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Sven Hungerbuehler talks - Half-Ironman UK 2003::



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Half-Ironman UK in Sherborne 2003


Nach Florian Krafts Erlebnisbericht über den Half-Ironman UK hat auch Sven Hungerbuehler in die Tasten gegriffen und seine Eindrücke festgehalten.

Da ich nicht mit allzu hohen Erwartungen nach England reiste, gestaltete sich der Morgen am Renntag etwas lockerer. Den Wecker hatte ich trotzdem auf 4 Uhr gestellt, um etwas zu essen. Mein Hunger hielt sich in Grenzen und bei einem Blick aus dem Fenster schüttelte es mich vor Kälte, so verzog ich mich gleich wieder ins Bett.
Es war alles bereits vollständig eingecheckt, also machte ich mich relativ spät auf den Weg in die Wechselzone. Noch mein Bike überprüfen, ein kurzer Blick zu den Pro’s, den Wechsel im Kopf durchgehen und mich heftig darüber ärgern, die Wollmütze und Handschuhe nicht dabei zu haben. In etwa 35 Minuten sollte es ja los gehen, also locker bleiben – dann wird mir bestimmt wieder warm. Ein bisschen irritierte mich der starke Nebel schon. "Wenn sie uns wirklich losschicken, werde ich wohl auch starten&rsquo", dachte ich mir und kümmerte mich nicht sonderlich darum. Es war ein Wasserstart und die Organisatoren wollten die Athleten nach Schwimmstärke ins Wasser schicken. Die ersten sollten deshalb um 6.40 ins Wasser. Es war sehr unglücklich, dass der Start erst zu dieser Zeit um 30 Minuten verschoben wurde. (Obwohl es ziemlich offensichtlich war, man konnte keine 20 Meter sehen) So standen dann schon einige bereit, den ‚pre-start-bag’ bereits im Zelt abgegeben und bei ca. 5 bis 7 Grad nicht unbedingt sehr heiter. Auf den zweiten Start waren dann wohl alle bereit und froren. Der Neopren war sicher noch am wärmsten aber immer noch saukalt. Eigentlich wusste ich nun nie mehr so genau, wann der Start sein würde, aber so gegen 8 Uhr bekam ich etwas Hunger. Irgendwann lichtete sich der Nebel doch noch und wir wurden ins Wasser gebeten. Ich ging in der ersten Gruppe ins Wasser und reihte mich ziemlich weit vorne ein. Wie lange wir dann noch im Wasser warteten bleibt mir ein Rätsel. Es war auf jeden Fall zu lange, ich schlotterte und wünschte mir den Start herbei.

Schwimmen im Trüben
Der Start erfolgte dann etwas überraschend. Ich wusste zu Beginn nicht, ob ich schnell schwimme und ob die Richtung stimmte (man konnte die erste Boje vom Start aus nicht sehen). Wir waren sicher alle froh uns endlich bewegen zu können. Die Sicht unter Wasser beschränkte sich auf wenige Zentimeter, das erschwerte natürlich das Gruppenschwimmen und führte zu einigen unangenehmen Kontakten. Ich kämpfte aber nicht um einige Positionen, da ich mich entschlossen hatte ziemlich ruhig zu schwimmen. Beim Ausstieg wusste ich weder Zeit noch meine Position. Es waren aber noch pinke Badekappen zu sehen, also war die erste Disziplin nicht so schlecht, dachte ich mir.

Radfahren bei einem Weltcuprennen?
Beim Wechsel liess ich mir etwas mehr Zeit als sonst. Auf keinen Fall Nervosität aufkommen lassen und dann beim Radfahren den Druck erhöhen war meine Devise.
Obwohl ich beim ersten Aufstieg noch nicht forcieren konnte, weil ich immer noch etwas unterkühlt war, machte ich einige Plätze gut. In der Folge mache überholte ich noch einige Athleten und fühle mich immer besser. Nach dem ersten Aufstieg bildete sich dann eine 5 Mann Gruppe. Alle waren bemüht den Abstand einzuhalten. Dies änderte sich aber nach der längeren Steigung (gegen Ende der ersten Runde). Wir hatten weitere Athleten passiert, welche sich dann aber hinten einreihten. So wurde die Gruppe zu gross und ich kam mir vor wie bei einem Draftingrennen. Nach der gefährlichen Abfahrt war auch gleich die Verpflegung, also entschloss ich mich dort zu attackieren, was aber erfolglos blieb. Auch in den folgenden Steigungen versuchte ich etwas für Tempo zu sorgen, die Gruppe blieb aber zusammen. Leider muss man sagen, dass sich einige Pros in dieser Gruppe sich sehr schlecht verhalten haben. (Vielleicht sind sich diese Windschattenrennen gewohnt..?!) Aber nicht nur die Athleten haben sich nicht sehr gut verhalten, race-marshals waren auch kaum welche zu sehen. Sehr erfreut war ich darüber nicht, war ich doch einer der stärkeren in der Gruppe.

Laufen mit Überraschung
Beim Lauf war ich dann nicht mehr so locker. Die Gründe dafür waren wohl die Rückenschmerzen und mein angeschlagenes Knie, welches mich auch in der Vorbereitung am Lauftraining hinderte. Besserung war auch nicht in Sicht, da die Strecke sehr hügelig war. Den Berg hoch zu laufen war streng, aber runter schmerzte erheblich mehr! Zudem hatte ich bei der Besichtigung den gemäss Plan kürzeren Wendepunkt nicht besichtigt. Es stellte sich dann heraus, dass es sich dabei nicht um einige Meter, sondern um etwa 3 Kilometer handelte. Ich versuchte locker zu bleiben, mich auf Atmung und Rhythmus zu konzentrieren. Mit einem kraftlosen Lauf auf einer zu kurzen Strecke (keine 21 Kilometer) finishte ich an 27. Position. Darüber konnte ich mich aber erst am Dienstag freuen, weil ich bis dann keine Rangliste hatte.

Ich war glücklich, meine niedrigen Erwartungen übertroffen zu haben. Niedrig, weil mich im Vorfeld die Hitze für eine Zeit niedergestreckt hatte und mich Knieschmerzen plagten. Zudem war das ein Wettkampf in der wohl schönsten Umgebung und auch sehr gut organisiert. Verbesserungsfähig wären Pasta-Party und Rangverkündigung (keine Rangliste nach Positionen vorhanden). Aber der Half-Iornman UK war sicher eine Reise wert - allerdings gab es keine günstigen Hotels und auch keine günstigen Hawaii-Qualis zu holen. (Sven Hungerbuehler)

(Anmerkung: Auch ihr hab etwas interessantes im Rennen erlebt und wollte eure Eindrücke/Impressionen mit anderen 3athlon-Leser teilen, dann schickt uns einfach eine Email mit eurem Bericht.)

Link:
Rennbericht Half-Ironman UK(31.08.2003)
Florian Kraft Erlebnisbericht (03.09.2003)
Website Half Ironman UK
Website Sven Hungerbühler

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